Vegesack.Die Decke ist ein Traum in Pastell und Gold.Pralle Granatäpfel liegen dort in Obstschalen, umrahmt von üppigen Ornamenten.Die Wände nicht weniger pompös, verziert mit Ranken, bemalt mit kleinen Pfeifen oder Büchern.Für Christine Jacob war es Liebe auf den ersten Blick.Als sie vor rund eineinhalb Jahren das Haus an der Uhthoffstraße erwarb, war sofort klar für sie: "In diesem Salon muß getanzt werden." Das Haus atmet Geschichte.So genau weiß es Christine Jacob nicht, aber sie hat gehört, das Fachwerkgebäude sei 1826 errichtet woren.Es gibt ein altes Bild, auf dem das Haus allein auf weiter Flur steht.Im Salon selbst hat sie während der Renovierungsarbeiten die kleine Jahreszahl 1896 entdeckt.Sie geht davon aus, dass dieser Teil später hinzugefügt oder zumindest umgestaltet worden ist.Wie der Salon ursprünglich genutzt wurde, weiß sie nicht.Zuletzt aber befand sich hier ein Büro, von der kostbaren Decke hingen einige Neonröhren herab.Der Vegesacker Afrikaforscher Gerhard Rohlfs soll hier gewohnt haben.Dazu passt auch ein Wandgemälde mit  eindeutig südländischen Pflanzen.Es soll sogar einst ein Pyramidenzelt im Salon gestanden haben.Aber so genau weiß das Christine Jacob nicht.So will sie sich, wenn Zeit ist, an die Rohlfs-Experten vom Heimatmuseum Schloss Schönebeck wenden.Selbst den Nachbarn an der Uhthoffstraße sei nicht bekannt gewesen, welche Perle das Haus verberge.Und dieser Schatz,sagt Christine Jacob, sollte abgerissen werden, weil die früheren Besitzer verstorben waren und sich erst kein Käufer für die betagte Immobilie fand.Ein Bekannter wollte der an Antiquitäten interessierten Christine Jacob eigentlich nur die gusseiserne Heizung mit Verkleidung zeigen.So kam die gebürtige Bambergerin in den Saal."Ich habe es sofort fertig gesehen", meint sie.Klar war ihr dabei von Anfang an , dass sie keine Angst vor der bevorstehenden Renovierungsarbeit haben dürfte.Sie hofft, dass sie nun in rund zwei Monaten fertig ist.Zuerst war die Decke, schildert sie, fast schwarz.Die farbe aber, mit der die Stuckverzierungen bemalt sind, haben die Reinigung genauso gut überstanden, wie die Bilder an der Decke.An eines der Gemälde auf Gips hat sie sich indes nicht herangetraut, weil die über einhundert Jahre alte Farbschicht abzuplatzen droht.Auch die Wände sahen noch vor eineinhalb Jahren ganz anders aus.Die großen Flächen zwischen den stilisierten Säulen waren mit Tapete überklebt.Heute hingegen sind die alten Blumenranken und kleinen Bilder wieder sichtbar.Komplett wird das Ensemble mit einer Bar mit Buffet, einem kleinen Zimmer mit Sofas und Stühlen sowie einem Wintergarten.Die Veranstaltung von Tanzabenden ist dabei für Christine Jacob nicht neu.Ihr gehörte in Bremen zunächst das " La Tanguero ", heute das größere " La Cita ".Mit dem " Salon del Norte " möchte sie eine Lücke schließen für die mittlere Altersschicht."Bestätigung bekomme ich immer wieder. Es gibt Bedarf  und es wird angenommen."Das Ausgehen mit Tanz kommt langsam wieder in Mode.Einmal im Monat finden ein Tango- und ein Salsa-Abend statt.Bald soll das Angebot erweitert werden.Zudem gibt es Brunch und Konzerte.Und schließlich bietet der " Salon del Norte " Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an.Wer Interesse hat kann sich unter  http://www.gypsys.deu-Nohttp://www.gerdbecker.de    http://www.cord-kunze.derdbremerin wenden oder eine email an 

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Salon del Norte in Bremen Vegesack: Hier gibt es Informationen über Salsa, Tango-Argentino, Workshops, Veranstaltungen,Wochenend-Kurse, Schnupperstunden, Clubabende, Coaching, Showtanz, sowie über Raumvermietung für Feiern

Christine Jacob

Sie ist ein echtes „Bamberger Gewächs“, lebt aber schon seit ca. 25 Jahren in Bremen. Seit ca. 20 Jahren beschäftigt sie sich mit dem Tango Argentino und besaß in der City Bremen’s ein Tanzlokal „La Cita“ in dem regelmäßig Tango und Salsa Veranstaltungen stattfanden. Seit kurzem hat Christine ein wunderschönes altes Haus in Bremen-Nord liebevoll renoviert und führt dort in einem historischen Saal Salon-Tango-Abende mit kaltem Büffet durch

Gustavo Vidal

Er ist in Santiago geboren und tanzt seit 22 Jahren Tango Argentino. Seine Tangoausbildung hat er in Santiago im Centro Argentino begonnen und in Buenos Aires vervollständigt. Seine Lehrer waren die bekannten Tangotänzer Juan Carlos Copes, Miguel Zotto, Osvaldo Zotto und Antonio Todaro. 1995 kam Gustavo nach Deutschland und unterrichtet seitdem in Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Frankfurt und Bamberg. Verschiedene Showtänze mit Amira Campora, Christine Jacob und Gerrit Schüler begeisterten sein Publikum.

Gustavo und Christine unterrichten folgende Kurse:

Was ist Salsa ?

Salsa ist eine lateinamerikanische Musik-Stilrichtung, die in New York entstanden ist, als die afrokaribische Musik verschiedener Einwanderer aus ehemaligen Spanischen Kolonien, (Puerto Rico, Kuba, Kolumbien, Venezuela, Panama, Dominikanische Republik) mit dem Jazz und Rock der Nordamerikaner zusammenstieß und sich mit denen vermischte.Seitdem wandert sie ständig von Insel zu Insel, von Land zu Land, hin und zurück und vergrößert somit ihre Vielfältigkeit an Einflüssen. Salsa ist also keine Mode-Erscheinung, sondern eine etablierte Musikrichtung von hohem künstlerischen Wert und großer soziokultureller Bedeutung; sie kennt keine Alters- oder Klassengrenzen.

Die Entwicklung der Salsa-Musik zu erfassen ist keine leichte Sache. Die Salsa ist, wie bereits mehrfach erwähnt, eine Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen. Die wichtigsten Zutaten dieser Sauce kommen aus den Ländern Kuba, Puerto Rico, USA (v.a. New York) und Kolumbien. Kuba und New York nehmen in der Entwicklung der Salsa eine Sonderstellung ein, denn die Wurzeln der Salsa sind unzweifelhaft im kubanischen Son zu suchen, währenddem in New York der Begriff "Salsa" geprägt wurde und hier Salsa erst zu dem gemacht wurde, was es heute ist. Nämlich zu einem weltumspannenden Phänomen! Auf der ganzen Welt tanzen heute begeisterte Salseras und Salseros zu dieser köstlichen Musik und klatschen dazu den Clave-Rhythmus. Im folgenden findest du nun eine Kurzübersicht über die musikalische Entwicklung der Salsa von ihren Ursprüngen in Kuba bis zur heutigen modernen Salsa (siehe Entwicklungsschema). Die wichtigste Wurzel der Salsa ist der kubanische Son.

Wenn man die Frage stellt, wer denn nun die Salsa erfunden hat, dann geraten sich Kubaner, Puertoricaner und New Yorker häufig in die Haare. Ich möchte im folgenden nicht auf die leidige Diskussion eingehen, ob das, was wir heute als Salsa bezeichnen, nun aus Kuba, Puerto Rico, Kolumbien oder aus New York kommt (wahrscheinlich haben alle ein bisschen recht). So oder so darf aber behauptet werden, dass der kubanische Son einen wichtigen Beitrag geleistet hat. Ich meine, dass die Salsa-Musik, die wir heute hören, sich im Verlauf der Jahrzehnte in ihrem Wesen eigentlich gar nicht so stark verändert hat. Es wurden dem Son als wichtigstem Vorläufer der Salsa zwar andere Musikstile wie z.B. Jazz, Funk, Rock, Rap, aber auch traditionelle Volksmusikstile anderer lateinamerikanischer Länder wie der Bomba aus Puerto Rico oder der mit Akkordeon begleitete Vallenato aus Kolumbien beigemischt. Dazu kamen auch weitere Instrumente (Posaunen, Elektro-Bass, Schlagzeug etc.). In ihrem innersten Kern (quasi das Grundrezept der Sauce) blieb diese Musik jedoch so, wie man sie schon vor 70 - 80 Jahren (ursprünglicher, klassischer Son) oder zumindest seit ca. 60 Jahren (Son Montuno) in Kuba hören kann. Daran ändert auch nichts, dass dieser "Sauce" in den 60 er Jahren in New York der offizielle und heute allseits gebräuchliche Name Salsa verliehen wurde. Der traditionelle Son Cubano bleibt das " Herzstück", das Cora-son der Salsa. Ein Herz, das bereitwillig immerzu gibt wie eine nie versiegende Quelle und sich damit ständig selbst erneuert. Nach Leonardo Acosta (kubanischer Musikwissenschaftler) übernimmt der Son so eine ähnliche Rolle für die Salsa, wie sie in Nordamerika der Blues für den Jazz wahrnimmt. Der Son war also für die Entwicklung der Salsa-Musik von zentraler Bedeutung. Derselben Meinung ist der in den USA herausgekommene Dokumentarfilm "Yo soy, del Son a la Salsa" (produziert vom Plattenlabel RMM), der dem Son Cubano eine dominante Rolle in der Entwicklung der Salsa-Musik zuschreibt. Dasselbe finden auch die amerikanischen Musikologen Dr. Morton Marks und Dr. Roberta Singer. Für Singer hat die heutige Salsa viele Wurzeln. Aber wenn man sie mit einem ausgewachsenen Baum vergleicht, dann ist der Son dasjenige Element, welches diesen "Salsa-Baum" überhaupt erst zum Sprießen gebracht und ihn dann auch am nachhaltigsten geformt hat. 

In Kuba selbst wurde der Son im Laufe der Jahrzehnte mit vielen anderen musikalischen Stilformen vermischt. Es gehört zu den spezifischen Eigenheiten und gleichzeitig auch zu den größten Stärken kubanischer Musik, dass sie gegenüber fremden Einflüssen immer sehr aufgeschlossen war (früher v.a. Jazz/Swing; heute Pop, Rock und Rap- Elemente) und diese auf ihre eigene Art zu integrieren wusste. Aus diesen Mischungen entwickelten sich neue Musikstile wie z.B. der Mambo. Der Mambo ist in Kuba entstanden und wurde in Mexiko und New York weiterentwickelt v.a. durch Pérez Prado. Beim Mambo handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Mischung aus Son, Danzón und Elementen des nordamerikanischen Swing. Aus dem Mambo hat sich dann wiederum im Jahre 1953 durch den berühmten Bandleader Enrique Jorrín der Cha-cha-cha entwickelt. Speziell den Cha-cha-cha könnte man auch als "begradigten Son" bezeichnen und zwar deswegen, weil dem stark synkopierten und deshalb für viele "weiße Ohren" (damals v.a. Nordamerikaner) immer noch zu schwierigen Son die Kanten abgeschliffen wurden. Es erstaunt aus dieser Sichtweise nicht, dass gerade diese vereinfachte Son-Weiterentwicklung in den 50er Jahren zuerst in New York und später auch in unseren Breitengraden große Popularität erlangte ("oye como va" von Santana ist z.B. eine rockige Cha-cha-cha-Variante). Der Cha-cha-cha und der Mambo beeinflussten später zusammen mit dem Son Montuno und dem Bomba und der Plena aus Puerto Rico auch entscheidend die Entwicklung des heute dominanten New Yorker Salsa-Stils.

Trotz dieser wichtigen Rolle des Son Cubano und der anderen kubanischen Musikstile wäre es aber grundfalsch, die Salsa-Musik allein auf Kuba reduzieren zu wollen. Der Son Cubano wurde auch im Ausland begeistert aufgenommen, kopiert und weiterentwickelt, sei es in Puerto Rico, Kolumbien oder New York (v.a. durch Puertoricaner und Exil- Kubaner ...). Vor allem in New York erfuhr die kubanische Musik der 50er Jahre nach der Machtübernahme Fidel Castros eine eigenständige Weiterentwicklung. Im Schmelztiegel New York vermischten sich Bomba und Plena aus Puerto, sowie Elemente des Swing, Soul und Rock mit dem kubanischen Erbe. Nicht das einzige, aber sicherlich das wichtigste Produkt dieser ständigen Durchmischung ist das, was wir heute als Salsa-Musik bezeichnen. Allerdings kann die Grenze zwischen dem klassischen kubanischen Son und der heutigen Salsa nicht klar gezogen werden. Diese Grenze ist fliessend, zumal die Wortschöpfung "Salsa" (in den 60er Jahren durch Johnny Pacheco bzw. Fania All Stars in New York) ja selbst keinen klar definierten Musikstil bezeichnet, sondern mehr als Oberbegriff dient für eine aus vielfältigen Bestandteilen zusammengesetzte "musikalische Sauce". In Kuba sprach man zu dieser Zeit noch sehr differenziert vom Son, vom Cha-cha-cha, von der Rumba, vom Mambo usw., während man in den USA im Wort "Salsa" eine griffige und für jedermann verständliche Formel fand, um den Nordamerikanern lateinamerikanische Musik schmackhaft zu machen. Für die Kubaner blieb Salsa bis in die 90er Jahre hinein ein Fremdwort und erst in den letzten Jahren beginnen sie, ihre moderne Musik auch als Salsa (rsp. Timba) zu bezeichnen. Salsa wurde durch die internationale Vermarktung aber auch zu einem Synonym für ein ganz spezielles Lebensgefühl (vielleicht ähnlich wie der Rock'n Roll), für etwas Freiheitliches, Kreatives, Ehrliches und Wildes. Durch Interpreten wie Ruben Blades oder Willie Colón bekam Salsa in den 70er Jahren zudem ein mehr politisches Gesicht. Rein musikalisch gesehen ist Salsa aber nichts anderes als ein Amalgam verschiedenster Rhythmen und Musikstile auf der Basis des Son. Interessant ist diesbezüglich auch die Feststellung, dass Salsa-Musik gegenwärtig bei der weltweit wachsenden Schar von "Aficionados" (leidenschaftliche Anhänger) weniger mit Kuba in Verbindung gebracht wird als mit New York, Puerto Rico, Kolumbien, Venezuela und anderen lateinamerikanischen Ländern. Das liegt mit Sicherheit auch darin begründet, dass die Musikkultur Kubas mit der Revolution (1959) von der Außenwelt nahezu vollständig abgeschnitten wurde (zumindest, was die kommerzielle Verbreitung dieser Musik anbelangt). So haben die Nordamerikaner, welche weltweit seit jeher die beherrschende Kraft im Musikbusiness darstellen, in den 60er Jahren die Zügel für Marketing und Vertrieb von Salsa-Musik fest in die Hand genommen. Sie haben damit wesentlich zur Entwicklung und weltweiten Popularität der Salsa beigetragen.

Salsa-Kenner wissen, dass die Salsa aus Kuba anders tönt als diejenige von Kolumbien und die Salsa aus Kolumbien wiederum anders als diejenige aus New York oder Puerto Rico. Wir möchten dir in der Folge diese einzelnen Stile näher bringen. Dabei erfährst du, wie sich die unterschiedlichen Stile entwickeln konnten. Es waren auch immer einzelne Persönlichkeiten und Gruppen, welche die einzelnen Stile geprägt und weiterentwickelt haben. Deswegen stellen wir dir in jedem Stil auch ein paar besonders wichtige Interpreten näher vor. Unser Ziel ist es weiter, dir zu zeigen, dass jeder dieser Salsa-Stile einen eigenen, spezifischen Charakter hat. Etwas, das ihn von den anderen Stilen unterscheidet und ihn damit liebenswert macht. Wie beim Tanz trägt diese Vielfalt der Salsa-Stile auch in der Musik zum besonderen Reiz der Salsa bei.

Bei all diesen länderspezifischen Salsa-Varianten gilt es jedoch zu beachten, dass die Salsa-Gruppen innerhalb eines Landes nicht zwangsläufig alle gleich tönen rsp. den gleichen Salsa-Stil spielen müssen. So hat man bspw. bei der kubanischen Band Dan Den oft das Gefühl, einer kolumbianischen Gruppe zuzuhören. Und Dark Latin Groove (DLG) oder Victor Manuelle aus New York klingen manchmal verdächtig nach einer kubanischen Timba-Band.Kuba kann getrost als Wiege der Salsamusik angesehen werden. Bis zur kubanischen Revolution um 1959 war Kuba sogar das Zentrum der lateinamerikanischen Musik schlechthin, denn hier entstanden weltweit erfolgreiche Musik- und Tanzstile wie Son, Chachachá und Mambo. Auch wenn diese Musik damals noch nicht Salsa genannt wurde, so ist sie ganz klar das Fundament der heutigen Salsamusik. Allerdings ist der Einfluss Kubas auf die gegenwärtige Latin-Musik nicht mehr so groß wie damals, obwohl er seit ungefähr zehn Jahren wieder stärker zu werden scheint. Wie bereits angetönt, änderte sich die kubanische Musikszene schlagartig mit der erfolgreichen Revolution von 1959. Die in den 50er Jahren blühende und von den nordamerikanischen "Imperialistas" gestützte Musikszene war von einem Tag auf den anderen Vergangenheit. Viele berühmte Musiker setzten sich in der Folge ins Ausland ab. So zum Beispiel die Gruppe "La Sonora Matancera" mit der damals schon berühmten Sängerin Celia Cruz. Auch der Tod von Rita Montaner und v.a. Beny Moré, der in Kuba als größter Sonero aller Zeiten gilt, im Jahre 1963 markierten endgültig das Ende der aus musikalischer Sicht goldenen 50er Jahre. Dazu kam, dass in den ersten Jahren nach der Revolution die Politik ganz klar die erste Geige spielte und die feurigen Rhythmen als Ausdruck des vorrevolutionären, mafiadominierten Kubas auf Kosten des angepeilten Aufbaus einer neuen sozialistischen, gerechteren Gesellschaft an den Rand gedrängt wurde. Kubas Musiker mussten nun fortan kleinere Brötchen backen. Auf die extrovertierten 50er folgten die eher introvertierten 60er und 70er Jahre. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die zunehmende Nähe Kubas zur Sowjetunion und die daraus folgende politische Isolation im karibischen und amerikanischen Raum (Stichwort: kalter Krieg). Natürlich gab es aber auch in dieser Zeit kreatives Musikschaffen. So begannen sich viele kubanische Musiker wieder auf die eigenen Wurzeln (afrokubanische Rhythmen und Son) zu besinnen und mischten diese typisch kubanischen Elemente mit der neuen, oft offiziell sogar verbotenen Pop- und Rockmusik v.a. aus England und den USA. So experimentierte bspw. Irakere mit afrokubanischer Jazzrock-Musik und das Orquesta Revé oder Los Van Van vermischten den Beatles-Sound mit kubanischem Son. Neu aber war, dass man außerhalb Kubas kaum mehr Notiz davon nahm. Erst in den 80er Jahren begann sich Kuba wieder ein wenig zu öffnen. Einen in musikalischer Hinsicht wichtigen Schritt bildete das legendäre Konzert von Oscar d'León 1984 in Varadero. Erstmals durfte ein ausländischer Salsamusiker in Kuba auftreten. Der Sänger und Bassist Oscar d'León war ein großer Verehrer der kubanischen Musik. Sein Vorbild war der vom kubanischen Volk heiß geliebte Beny Moré. Für die Kubaner wirkte sein fulminanter Auftritt wie eine Offenbarung. Sie hörten einen venezuelanischen Musiker, der ihre Musik in einer erfrischenden Weise spielte und interpretierte, die ihren großen Idolen kaum nachstand. Kubaner erlebten hier zum ersten Mal live, wie ihre Musik der 50er Jahre im Ausland weiterentwickelt wurde. Dies war die Initialzündung für einen neuen musikalischen Boom. Kuba orientierte sich in der Folge wieder stärker an der internationalen Salsa-Szene, schlug aber einen eigenen Weg ein. Obwohl das vorher ungeliebte Wort Salsa seit ein paar Jahren akzeptiert ist, spielt Kuba doch eine andere "Sauce" als die anderen Länder. Sie ist raffinierter, verspielter, afrikanischer und komplexer als bspw. die kolombianische Salsa. Statements wie dasjenige vom verstorbenen Tito Puente ("el Rey de los Timbales"), der meint, wenn die neue Generation kubanischer Musiker in die USA einfallen würde, er selbst und viele andere musizierende lateinamerikanische Salseros wieder zur Schule gehen müssten, zeugen vom aufkeimenden Respekt gegenüber dem hohen musikalischen Niveau der staatlich geförderten kubanischen Salseros. So gibt es in Kuba Tausende von erstklassigen MusikerInnen (bewandert in Klassik, Jazz, Salsa, sowie auch vertraut mit dem unerschöpflichen Fundus afrokubanischer Musik), die in qualitativ hervorragenden, staatlich geführten Musikschulen ausgebildet wurden. Das hohe musikalische Niveau der kubanischen Salsa-Musik ist aber leider kein Garant für internationalen Erfolg, denn die moderne kubanische Musik wird oft etwas unterbewertet. Dies hat verschiedenen Gründe: So leidet die kubanische Musikszene immer noch deutlich unter dem nordamerikanischen Embargo. Beispielsweise dürfen in Miami auch heute noch keine zeitgenössischen kubanischen Platten am Radio gespielt werden. Die hohe Komplexität moderner kubanischer Salsa/Timba ist zudem oft zuviel des Guten. TänzerInnen, die nicht aus Kuba kommen, haben oft Mühe, sich in diesem komplexen Rhythmusgefüge zu orientieren. Viele empfinden den Abwechslungsreichtum sogar als "chaotisch und zu wild". Wer jedoch einmal Zugang zu dieser Musik gefunden hat, der wird oft ein leidenschaftlicher Aficionado kubanischer Salsa/Timba

Für viele Salseros weltweit ist Puerto Rico das Mekka der Salsa schlechthin. Diese herausragende Stellung Puerto Ricos wird nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass in den USA nach der kubanischen Revolution 1959 ein eigentliches Vakuum an lateinamerikanischer Musik entstand und Puerto Rico bereitwillig in diese Bresche sprang. Schon seit den 20er Jahren wurde in Puerto Rico die kubanische Musik adaptiert und mit der eigenen Folklore vermischt. In den 50er Jahren prägten der Percussionist Rafael Cortijo und der unwiderstehliche Sänger Ismael Rivera den puertorikanischen Sound, indem er den kubanischen Rhythmus-Teppich mit dem puertorikanischen Bomba, einem Folkloretanz vermischte. Dieser neue Rhythmus, der dann durch La Sonora Ponceña und El Gran Combo weiterentwickelt wurde, war insgesamt etwas weniger synkopiert ("afrikanisiert") als der kubanische Stil, aber trotzdem sehr groovig und vorwärtstreibend. Dieser neue Sound bildete später eine tragende Rolle in der Entwicklung des New Yorker Salsa-Stils. Viele puertorikanische Musiker ließen sich in New York nieder und schrieben so die Geschichte der Salsa, die erst anfangs der 70er Jahre ihren weltweiten Siegeszug anfing, entscheidend mit. Darunter Papo Lucca, Roberto Roena, Johnny Pacheco oder Cheo Feliciano, um nur einige zu nennen. Dieser starke Einfluss auf die Salsa hält bis heute an und viele der puertorikanischen Stars genießen weltweiten Ruhm. Man denke bspw. nur an Gilberto Santa Rosa, Victor Manuelle, Puerto Rican Power oder Frankie Ruiz. 

 

Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfolgte man in Kolumbien mit Interesse die musikalischen Entwicklungen in Kuba und Puerto Rico. Der Son Cubano berührte auch hier die Herzen eines großen Teils der Bevölkerung. Von Salsa fasziniert wurden die Kolumbianer aber erst 1968, als die Puertorikaner Richie Ray und Bobby Cruz beim Karneval in Cali alle beeindruckten. Von da an erhielt Kolumbien öfters Besuch von Salseros aus dem Fania-Lager. Darunter Größen wie Eddie Palmieri oder Héctor Lavoe. Dieser neue Sound begann sich langsam aber sicher mit der einheimischen Folklore zu vermischen. Die beiden wichtigsten kolumbianischen Folklorerhythmen sind die Cumbia und der Vallenato. Die aus der Sklavenzeit stammende Cumbia ist vergleichbar mit afrokubanischer Musik, weist aber rhythmisch gesehen eine geringere Komplexität auf. Vallenato, die Musik der Täler (span. valles) entstand in den Tälern einer Region nahe der venezuelanischen Grenze und wurde ursprünglich in einer Trio-Besetzung gespielt. Dazu gehörte ein Knopf-Akkordeon (aus Deutschland importiert), eine einfellige Trommel (genannt Caja) und ein Guiro-ähnliches Perkussionsinstrument. Später kamen auch Gitarre und Flöte (Gaita) hinzu. Diese zwei typischen kolumbianischen Folkloretänze vermischten sich nun immer mehr mit der neuen Salsa aus New York und Puerto Rico und daraus entstand die Salsa Colombiana. Eine der ersten richtigen Salsa-Gruppen in Kolumbien war La Sonora Dinamita, die v.a. unter dem Bandleader Fruko ihren Rhythmus beschleunigte und immer mehr Elemente des typischen Fania-Sound in ihre Musik einfließen ließ. In den 70er Jahren eroberten zahlreiche neue und auch heute noch erfolgreiche Interpreten die Bühnen. Dazu gehörten Fruko y sus Tesos (Frukos Nachfolgeband), Joe Arroyo, die Latin Brothers und die wohl bekannteste kolumbianische Truppe überhaupt, die Grupo Niche. Ein eigentlicher Salsa-Boom brach in der Folge aus und dieser hält bis heute an. Mit den oben genannten Gallionsfiguren gewann die Salsa-Variante aus Kolumbien seit den 80er Jahren auch international ständig an Einfluss. Musikalisch gesehen orientiert sich die kolumbianische Salsa mehr an der puertorikanischen, denn an der kubanischen Salsa. Die Arrangements sind viel weniger komplex als bspw. bei der kubanischen Timba und der vorwärtstreibende Rhythmus ist weniger synkopiert (auch ein Einfluss der Cumbia). Kolumbianische Salsa eignet sich aufgrund seiner (relativen) Einfachheit besonders gut für tanzende Salsa-Einsteiger, denn hier können sich auch "weiße", an geradlinige Rockmusik gewöhnte Ohren, ziemlich schnell orientieren. Gerade dieser Umstand hat sicher viel zum Siegeszug der kolumbianischen Salsa beigetragen. Kolumbien ist neben Kuba und Puerto Rico heute wohl das Land, wo die Salsa im kulturellen Leben am meisten verwurzelt ist. Es gibt mittlerweile Hunderte von kolumbianischen Salsa-Bands. Immer wieder neue Gruppen erobern die Gunst des internationalen Salsa-Publikums. In den letzten Jahren schafften dies v.a. die Grupo Galé, das Orquesta Guayacan, La Sonora Carruseles und der in Paris lebende Yuri Buenaventura. Diese neue Garde der kolumbianischen Salsa-Front überzeugt immer mehr auch durch raffinierte und komplexe Arrangements, die mittlerweile sogar mit der hochkarätigen Konkurrenz aus Puerto Rico, New York oder Kuba mithalten kann.

Salsa

[ der; span.spanisch]

Tanz paarweise getanzter moderner lateinamerikanischer Gesellschaftstanz mit Jazz und Rockelementen